Die Pflanze in dir

Lieber Leser und Freund, wir hoffen, dass du es vor lauter Spannung, wie es mit unserem Projekt weitergeht, ausgehalten hast. Heute melden wir uns mit dem aktuellen Stand zum LKW-Thema zurück.

Zu allererst:

Herzlichen Dank an dich, dass du uns deine Daumen für unser Projekt gedrückt hast. Wir wissen dies zu schätzen!

In unserem letzten Blockeintrag schrieben wir von der Frage, wohin uns diese Tür (die kaputten Traversen) führt und welche weiteren Türen sich noch öffnen lassen.

Alles stand für uns einmal Kopf und wir haben uns viel Zeit genommen, Kräfte zu sammeln und an Lösungen zu arbeiten. Und was sollen wir sagen?

Unsere Wünsche wurden wahr.

Dürfen wir vorstellen?

Villa Kunterbunt hat eine Transformation erlebt. Wir haben sie auf den Namen

getauft.

Für uns klingt der Name weich und gleichzeitig stark. Anpassungsfähig wie eine Pflanze. Bei Sturm flexibel und biegsam, bei Windstille aufrecht und konstant.


Aber jetzt mal der Reihe nach:

Nachdem wir den Schaden festgestellt hatten, wünschten wir uns jemand positiv Verrückten, der uns unseren LKW für kleines Geld repariert (siehe Blockeintrag #11). Zwei unabhängige Firmen, die sich u.a. auf Rahmenthemen spezialisiert haben, schätzten die Reparatur auf 15.000 – 20.000 €. Unser Wunsch erschien uns unrealistisch, aber wir blieben dran und wünschten uns dies aus vollem Herzen. Wir gingen dabei in´s Vertrauen, dass alles gut so ist wie es ist. Unsere Erwartungen ließen wir los, gingen in die Freude und versetzten uns gefühlsmäßig in die gewünschte Situation hinein.

Kaum zu glauben: Ein paar liebenswerte Menschen haben dann entschlossen die Reparaturkosten zu übernehmen und damit unser Projekt nicht im Regen stehen zu lassen. Noch ein Mal an dieser Stelle ein großes herzliches DANKESCHÖN an die Werkstatt und unsere Unterstützer, welche anonym bleiben möchten.

Der Ausbauplatz steht leer. Die Villa ist in Reparatur.
Leila von unten.

Die gebrochenen Traversenteile (im letzten Blockeintrag fälschlicherweise noch als Hilfsrahmen bezeichnet) sind nun über Verschraubungen gut miteinander verbunden. Jetzt steht Leila fertig für den Ausbau bereit, ohne dass der Koffer abgenommen werden musste.


Wir haben aus dieser Lektion viel gelernt. Unter anderem, dass bei großen Projekten immer Prüfungen aufkommen. Es sind Chancen, sich mit der Idee hinter dem Vorhaben nochmals tief auseinanderzusetzen und zu hinterfragen. Wir hatten einen langen Atem, unter anderem auch durch viele positiven Wünsche, Mails und tatkräftige Unterstützung.

AUSDAUER: Der Sieg gebührt nicht immer den Schnellsten oder den Stärksten …, sondern denen die durchhalten.

In der Zeit des Stillstands fragten und prüften wir uns, ob das Projekt wirklich das ist, was wir für unser Leben und das Leben unserer zukünftigen Kinder möchten. Wir waren in vielen Momenten davon überzeugt, die Villa loszulassen. Zweifel am Projekt brachten Gefühle der Angst und Resignation hervor. Ein Teufelskreis.

Auf Willys Fernreisetreffen befragten wir viele Experten zu unserer Situation. Hier der kleinste Fernreisewagen. Hut ab!
Eine tolle Idee: Fernreisen mit sinnvollen Inhalten. www.iranisgreat.com  Es lohnt sich, da vorbei zu schauen….

Ein Wendepunkt für uns war der Vortrag von Rüdiger Nehberg bei der Adventure Northside im Oktober 2018. Ein Tipp von seiner lieben Frau Annette für den Umgang mit großen Herausforderungen: Auf das schauen, was man bereits erreicht hat und nicht auf das, was noch nicht läuft! Das gibt Mut und Kraft weiterzumachen. Was alles möglich ist, wenn man diese Einstellung beherzigt, kannst du hier sehen: Target.

Die für uns fast kostenfreie und zügige Reparatur unserer Leila zeigte uns auch, dass wir auf dem richtigen Weg sind!

Ich, Karoline, habe noch eine Übung gefunden, die mir in solch besonders kritischen Situationen wie Enttäuschungen, Verlusten, Schmerzen geholfen hat – diese möchte ich gerne teilen, vielleicht hilft sie dir ja auch:

Das Herstellen der Verbindung zu mir und das Loslassen gelingt mir gut über das Gewahrsein und „von-Innen-Heraus-Spüren“ meines Körpers:

Richte die Aufmerksamkeit auf deinen Körper, du kannst deine Augen schließen – fühlst du das Leben in deinen Händen, deinen Armen, Füßen, deinem ganzen Körper? Nur fühlen, nicht nachdenken. Fühlst du vielleicht so etwas wie ein feines Kribbeln? Dies ist dein Energienetz, deine Pflanze in dir, die dir tiefe Wurzeln bis in die Erde schenkt. Diese Verbindung gilt es zu halten, auch wenn du die Augen öffnest, wenn du ins Handeln kommst. Aufmerksamkeit ist der Schlüssel für Transformation, dazu gehört auch Annehmen.

Diese Wurzeln im Inneren finde ich auch in Anbetracht der Situation auf unserer Erde entscheidend: Schau doch mal, was wir bei Markmobil (Freier Journalist) über Georgien entdeckt haben, über das hier in Deutschland überhaupt nicht in den Medien berichtet wird: Labor des Todes

Es wird draußen kälter, ein Glück, dass wir eine Standheizung haben. Der Ausbau geht weiter. Diesmal aber meditativ 😉

Der ehemalige Ausbauplatz wird gerade wieder freigeräumt. Vorerst steht Leila an dem Ort wo sie als erstes hier im Norden stand…
Ein Glücksbringer einer Freundin für unser Projekt

Meditativ ist auch unsere Musik, die wir spielen. Im kommenden Blockeintrag findest du weitere Infos.

Dieser Beitrag wurde von uns zusammen geschrieben.

 

Das Aus für die Villa Kunterbunt?

Hey, hier schreibt Lukas. Ich bin gerade traurig. Ich kann es noch kaum fassen, was ich gesehen habe. Der Hilfsrahmen am LKW ist an vielen Stellen gebrochen. Was ist der Hilfsrahmen? Er liegt auf dem Hauptrahmen auf. Von oben gesehen sieht er, vereinfacht gesagt, wie ein Sprossenfenster aus:

Der Hauptrahmen liegt längs und der Hilfsrahmen quer dazu. Dabei überkreuzen sich der Haupt- und Hilfsrahmen miteinander. Der Hauptrahmen trägt Teile wie z.B. Räder etc., der Hilfsrahmen trägt den Kofferaufbau – also unsere gesamte Wohnung – und an den Überkreuzungen sind Risse und Brüche, die mit Sicherheit schon vor unserem Kauf da waren:

Ein harter Schlag trifft uns, nachdem wir die leichten Rückschläge von Wasserschäden behoben und gut verkraftet haben.
Der Hauptrahmen zieht sich hier von rechts unten im Bild bis nach links in die Bildmitte. Auf dem Hauptrahmen befindet sich der gebrochene Hilfsrahmen – im roten Kreis die Bruchstelle.
Schweißarbeiten werden wohl hier nicht möglich sein, ohne den GFK-Koffer ein Stück nach oben zu befördern, so dass der nicht abbrennt beim Schweißen durch die extrem hohen Temperaturen. Allerdings wären die Schweißnähte dann immer noch Sollbruchstellen. Besser: Neuer Hilfsrahmen.
Wir haben noch keine Ahnung, wieviel die Arbeiten kosten würden… wir rechnen aber bei einem neuen Hilfsrahmen mit 6.000 – 10.000€! Das wäre für uns definitiv das Aus für die Villa.
Eine schwer zugängliche Stelle: Hier befindet sich unterhalb des Hilfsrahmens ein hydraulischer Stützfuß.

Klartext gesprochen bedeutet es, dass sich der Koffer in einer krassen Kurve oder bei heftigen Bremsungen bewegen oder im schlimmsten Fall abfallen könnte. Und klar: Weiteres Brechen der Rahmen ist natürlich auch noch möglich z.B. bei Huckeln oder groben Straßenunebenheiten wie beispielsweise Bordsteine oder Personen auf der Fahrbahn. Das geht gar nicht!!!!

Katastrophenschutz beginnt übrigens im Kopf

Es ist also so gewesen, dass ich den Raum für den außenliegenden Gastank ausgemessen habe. Dieser sollte unterhalb der Doppelflügeltür neben dem Baumotfilter platziert werden. Soll es ein 55l, 60l – Gastank oder ein noch größerer sein? … Während ich mit dem Zollstock rumhantiere, fällt mein Blick auf den Hilfsrahmen. Ich bemerke eine komische Stelle und berühre sie mit meinem Zeigefinger….. „Mmmh?“ macht es in mir….. “Was ist das da, was sich so bewegen lässt?”. Ich fasse nochmal hin und erkenne nun das lose Teil. Es ist ein Stück vom Hilfsrahmen, der den GFK-Koffer trägt!!! (Sound dazu)

„Kaaaaaaaaarooooooooooo? ….. Der Hilfsrahmen ist hier gebrochen!“ rufe ich zu meinem Herzblatt rüber, die sich in der Villa mit Unebenheiten im Boden beschäftigt.

“Okay, ich muss die anderen Querträger vom Hilfsrahmen checken! Vielleicht sind ja nur wenige hin.” …. Alle potentiellen Bruchstellen bekomme ich nicht zu sehen, da Kästen und andere Vorrichtungen die Sicht auf die Hilfsrahmenteile nicht möglich machen. Ich nehme mir also die vor, die ich sehen und abtasten kann. Und meine Diagnose als Rahmenarzt heißt nichts Gutes: Alle Träger des Hilfsrahmens sind durch, außer der letzte hinten, wobei ich das nicht 100% sagen kann. Ich stelle fest, dass der eine Bruch besonders schön ist. Dabei sind die beiden Bruchkanten so oft aneinandergerapscht, dass sie sich gegenseitig rundgefeilt haben.

Also erstmal Lagebesprechung. Was können wir jetzt machen?


Wie geht es weiter?

Ja, ist mittlerweile wieder möglich! Ich lerne immer besser, mich von Rückschlägen nicht so stark runterziehen zu lassen. Freude passiert im Inneren.

Ende für die Villa Kunterbunt?

Wir lassen die Villa nicht einfach so los. Wir wünschen uns beide gleichzeitig mit tiefer Liebe und Dankbarkeit jemand Positiv-Verrückten, der unsere Idee und Vision unterstützen möchte und uns den Rahmen schweißt für kleines Geld, damit wir weitermachen können. Und unsere Vision mit Leben füllen können…. Letztendlich können wir aber den ehrlichen Weiterverkauf nicht ausschließen. Damit würden wir aber unseren Traum nicht komplett aufgeben, wir würden ihn dann anpassen!

Unser Riesenbaby ist erst mal auf Eis gelegt. Informationen einholen, Netzwerke nutzen und dann wahrscheinlich ein Crowdfunding planen.

Wohin führt uns diese Tür und welche weiteren Türen lassen sich öffnen? Unsere Findung beginnt…

Wir schauen auch aus einer höheren Ebene auf unser aktuelles Thema:

Was bedeuten diese rissbehafteten Bauteile, die sich unter statischen und dynamischen Belastungen teilweise zu Brüchen ausgebildet haben?

Brüche bedeuten für uns auch Trennung von Altem.

Der Name Villa Kunterbunt stammt von den Vorbesitzern und wir haben ihn gerne übernommen. Seit einiger Zeit fällt uns aber auf, dass sich dieser Name nicht mehr stimmig anfühlt. Und hier kommt die Aufdeckung der Brüche ins Spiel: Sie symbolisieren für mich die komplette Loslösung der Vorbesitzer vom Fahrzeug.

Wir werden unserem LKW einen neuen Namen geben. Wenn es für ihn weitergeht, geben wir ihn bekannt.

Alles auf der Welt hat seine 2 Seiten. Du entscheidest, welche Seite du lebst.

Mit diesem Gefühl sind wir dann nachts zu einer super lieben Freundin gefahren, die eine Party feierte. Zugegeben, es war erstmal eine Herausforderung, mit dieser schlechten Stimmung los zu fahren. Aber irgendwie haben wir es geschafft im Jetzt zu sein (mehr dazu in diesem Beitrag), ohne uns von den vorher beschriebenen Umständen fesseln zu lassen. So richteten wir bewusst unsere Aufmerksamkeit auf schöne Dinge, während wir mit unseren Klapprädern zur Feier fuhren: die Lichter, Menschen, Bäume und Straßen. Es war schön. So ruhig und leicht.

Und ja, es war eine gute Entscheidung sich zu überwinden, denn dort lernten wir Tobi kennen. Er kennt jemanden der uns vielleicht helfen kann. So trafen wir uns am nächsten Tag und fotografierten die Bruchstellen, um sie dann an den potentiellen Helfer weiter zu leiten.

Es bleibt spannend, was nun weiter passiert….

So soll die Villa nicht enden! Ein alter Hanomag.

 

Alles braucht seine Zeit
Ich mag dieses Bild sehr, da es zu unserer Situation passt: Es hat etwas Verborgenes, Unbekanntes, ja fast etwas Geheimes und Unklares. Und trotzdem ist was Klares dabei. Du siehst hier einen alten Düdo.

Damit du nicht solche Erfahrungen wie wir machen musst:

Hier die 5 wichtigsten Tipps für dich, bevor du einen älteren LKW kaufst:

1. Nimm dir genügend Zeit fürs Drunterlegen und sorge dafür, dass du für längere Zeit ohne Ablenkungen unter deinem potentiellen Fahrzeug liegen kannst. Bedenke dabei auch die Witterungsverhältnisse und kleide dich dementsprechend!

2. Besichtige das Fahrzeug im Zweifelsfall lieber vier als drei Mal.

3. Lasse dein potentielles Fahrzeug vor dem Kauf professionell begutachten (DEKRA-Gutachten, ruf dafür einfach beim zuständigen TÜV an). Investiere hierfür auch gerne mehrere 100 €! Der Aufwand lohnt sich auf lange Sicht gesehen.

4. Wenn du wenig Vorkenntnisse hast, nimm dir einen Freund oder Fachmann mit, der sich besser auskennt.

5. Sei gut vorbereitet, indem du Taschenlampe, Notizblock mit Schreiber und im Vorfeld recherierten Fragen, einen Schraubenzieher (damit du z.B. hinter Verkleidungen luschen kannst) dabei hast.


Wir brauchen deine Hilfe!

Wenn du jemanden kennst, der jemanden kennt, der sich mit Schweißen und Hilfsrahmen auskennt (bestenfalls Hamburg und Umgebung) oder wenn du uns anders unterstützen kannst, schreibe uns bitte an!

Danke für deinen Einsatz. LULEIKA.

Gut miteinander Kirschen essen

Heute nach Feierabend stand ein Kirschbaum vor meiner Nase. Nicht irgendeiner! Er hat die leckersten, süßesten, dunkelschwarzesten, meisten Kirschen! Ich musste einfach auf den Baum klettern. Und ich bin fast geplatzt vor Glück, als ich oben in den dünnen Ästchen saß und futterte. Und so viel Glück kann ich doch nicht für mich alleine behalten, wäre schade für die anderen! Also wieder rein ins Krankenhaus, in dem ich arbeite, und Kirschen an Kolleginnen & Kollegen und Patienten verteilen – wie schön das war, die eigene Freude zu teilen. Und damit zu vergrößern!

Und noch mal bin ich später vor tiefer Freude fast geplatzt: es war etwas ganz anderes, nämlich die Antwort auf die Frage „Wie können wir Negativität loslassen(…)?“ aus dem Buch „Jetzt!“ von Eckhart Tolle. Es ist so simpel, fast so einfach, dass unser Verstand schon einwerfen möchte: „Das geht doch nicht!“ Und so toll, dass ich meine Freude darüber nun mit dir teilen möchte! Stell dir doch mal eine Situation vor, in der es dir nicht gut geht – das heißt, in der du negative Emotionen hast. Was machst du mit diesem Dreck im inneren Raum, mit dieser Negativität? „Lass sie los. Wie lässt du ein Stück heiße Kohle los, das du in der Hand hältst? Wie lässt du schweres und nutzloses Gepäck los, das du mit dir herumträgst? Indem du erkennst, dass du den Schmerz nicht mehr erleiden und die Last nicht mit dir herumtragen willst. Und dann lässt du einfach los.“

Eine passende Kurzgeschichte:


Ein junger und ein alter Mönch laufen einen Pfad entlang. Sie kommen zu einem Fluss mit starker Strömung. Als sie sich bereit machen, ihn zu überqueren, sehen sie eine hübsche junge Frau, die nicht ans andere Ufer gelangt. Sie bemerkt die Mönche und bittet sie um Hilfe. Der alte Mönch nimmt sie auf die Schulter und trägt sie über den Fluss. Sie bedankt sich und geht ihrer Wege.

Stunden später ist der junge Mönch immer noch irritiert. Der alte Mönch fragt ihn, was los ist. „Als Mönche ist es uns nicht erlaubt, junge Frauen anzufassen! Wie konntest Du sie über den Fluss tragen?“. Der alte Mönch antwortet: „Ich habe die Frau vor Stunden über den Fluss getragen. Warum trägst Du sie noch immer mit Dir herum?“

(frei nacherzählt, The Wisdom of Zen Masters)


Und noch etwas fragt Eckhart Tolle, frage ich mich und auch dich:

„Verunreinigst du die Welt oder gehörst du zu denen, die den Dreck aufräumen? Du bist verantwortlich für deinen inneren Raum, niemand sonst, so wie du auch für den Planeten verantwortlich bist. Wie innen so auch außen: Menschen, die ihren inneren Schmutz aufräumen, schaffen auch keine neue Verschmutzung im Außen.“

Lukas und ich haben uns mal wieder Gedanken darüber gemacht, wie wir anderen Menschen mit unserer Ansicht über das Geschehen auf der Welt und die Möglichkeiten zu handeln begegnen möchten. Eigentlich sind wir der Meinung: „Jeder sollte das leben, von dem er oder sie überzeugt ist. Die persönliche Freiheit ist wichtig.“ Und dann haben wir uns vorgestellt, wir Menschen sitzen alle auf einem dicken Ast. Und nach und nach merken einige von uns, dass viele Menschen – vielleicht auch man selbst – an diesem Ast sägen! Damit wird aber das Leben von allen gefährdet! Der Ast ist unsere Lebensgrundlage, die Erde mit ihrer Natur.

Auf den Ästen

Da sind wir doch schon rein zur Selbsterhaltung unserer Körper dazu verpflichtet, selbst nicht mehr zu sägen, aber auch anderen zu sagen: „Hey!! Hör auf, uns zum Absturz zu bringen!“ Dazu noch eine gehörige Portion Liebe, aber auch Hartnäckigkeit, Mut und Geduld.

Die persönliche Freiheit finde ich immer noch wichtig, ich will nur einfach mehr die Augen öffnen, was und wer unsere persönliche Freiheit einschränkt und dementsprechend Grenzen setzen. Und auch auf die persönliche Freiheit der Menschen, Tiere und ja, eigentlich auch der Erde und Natur sollten wir schauen, die ihre Stimme nicht erheben können, die ihre Grenzen nicht zeigen können – und für diese dann auch die Stimme erheben. Eine wichtige Frage ist dabei natürlich, wann die persönliche Freiheit eingeschränkt ist! Für mich ist das definitiv dann, wenn die eigene Lebensgrundlage gefährdet wird – wenn jemand an unserem Ast sägt. Eine weitere Frage ist, ob die Natur uns beispielsweise mit verheerenden Katastrophen bereits zeigt, dass wir ihre Grenze überschreiten – wir aber ihre Sprache nicht verstehen!

Wir sind also nicht nur für unseren inneren Dreck, sondern auch für die äußere Umweltverschmutzung verantwortlich. Wie du innerlich Schmutz aufräumen kannst, steht oben. Was kannst du im Außen schnell und unkompliziert machen? Wie kannst du die Erde unterstützen? Hier eine Idee von mir:

Ich habe fast immer eine (alte) Tüte dabei und sammel beim Spazierengehen und Unterwegs sein gerne Müll ein – man kann sich auch einen Handschuh überziehen. Sogar im Naturschutzgebiet nebenan kommt eine Menge Müll zusammen! Nach einer ersten Überwindung macht es (mir) sogar richtig  Spaß.

Machst du auch etwas für die Natur oder hast du Ideen, die du hier teilen möchtest? Ich bin gespannt!

Freude & Liebe erlebt und verbreitet haben wir in den letzten Wochen:

  • Auf dem zauberhaftem kleinen Festival der Kristalle und Klänge in Handeloh in der Lüneburger Heide, wo wir so viele tolle Menschen kennengelernt haben. Und uns und unserem Projekt so viel Vertrauen entgegengekommen ist. Das stärkt uns enorm, danke!
Wasserspringschalenmeditation im Klangtempel
  • Beim Erstellen und Weitergeben unserer nigelnagelneuen Visitenkarten.
  • Bei meinen Eltern: zum Einen der Abschied meiner Schwester, die nun mit Freund und kleinem Sohn in Frankreich lebt – ich hoffe euch Dreien geht’s gut da unten! Zum Anderen den großen Garten mit Obst, Gemüse und Kräutern, die Familie mit Tante Helga genießen, die kleinen Hühnerküken bestaunen und zwei Nachzüglern beim Start ins Leben helfen. Süß!!!

  • Beim Picknick in der Villa mit Freunden, etwas Musik und schönen Gesprächen.
  • Beim Entfernen der Schienen und restlichem Holz auf dem Boden der Villa.
  • Beim Entdecken von „Simba“ mit Brigitte und Günter (Simba). Beim Entdecken dieses beeindruckenden Reisemobils bin ich vor Freude fast aus meinen Schuhen gekippt, Simba hat mich nämlich aus einer Seitenstraße auf dem Weg von meiner Arbeit nach Hause angeschaut. Kurz danach haben wir uns mit Günter und Simba getroffen: viele gute Tipps und vor allem noch mal eine große Portion Reisefieber haben wir bekommen: DANKE
  • Auf der Slackline, Lukas hat uns die 30 Meter lange „GIBBON SURFERLINE“ besorgt, besonders schwierig für Anfänger, hahaha! Dafür kann man mit ihr später tolle Tricks machen. Slacklinen ist ein gutes sensomotorisches Training, es werden Balance, Konzentration und Koordination trainiert. Aber an erster Stelle macht es einfach ein Riesenspaß – es macht süchtig!!! Und Muskelkater.

Eine helle Leuchte 😉
  • Beim Melonen-, Erdbeerkuchen- und Kirschenessen
  • Beim Schreiben mit Heiko, den ich 2006 auf dem Jakobsweg kennengelernt habe und 8 Jahre kein Kontakt hatte
  • Beim Checken der Villa mit unserem lieben Elektroniker (der uns übrigens einfach so unter die Arme greift, danke!!!), die Solarpanele auf dem Dach funktionieren und haben Superqualität! Es gibt natürlich viel zu tun, wir sind gespannt!
  • Beim Grundrissplanen (wir wollen z.B. ein 2x2m großes Familienbett mit viel Lagerraum drunter, ein Minibad mit nur einer Toilette und evtl. ein Miniwaschbecken drin)
  • beim Schätzen des aktuellen Gewichts der Villa, Suchen einer geeigneten Waage und schließlich beim WIEGEN (für uns sehr spannendes Ergebnis nach dem Entkernen, da die Villa beim Kauf schon 7060kg wog, aber nur auf 7490kg zugelassen ist!!):

    6260 kg!!! Somit haben wir ca. 8oo kg rausgeholt…
  • beim Vorbereiten der Elektronik (Welche Geräte wollen wir wo mit welchem Strom anschließen? Wieviel verbrauchen die? Wo soll Licht hin?)

    Grundriss steht 100%ig …es ist komisch, wenn wir hören, dass noch soviel Arbeit zu tun ist, denn für uns steht alles bereits. Jetzt nur noch die Vision in die Tat umsetzen. Mit Liebe und Freude.
  • beim Schneckenhaus- und Quallensammeln mit unserem lieben fünfjährigen Neffen an der Ostsee

    Ein ganz lieber Entdecker
  • beim Singen und Musizieren

    Jazzkombo
  • beim Fotografieren und Filmen (besonders Lukas)
  • beim Streicheln von Theo, unserem Lieblingsdackel, mit tiefen Gesprächen mit Heike und Iris

Und immer wieder: mit anderen Menschen gut miteinander Kirschen essen. Wir sind füreinander und nicht gegeneinander geschaffen. Und auch nicht fürs ständige Alleinsein. Wenn wir uns füreinander öffnen, klappt es auch. Noch viel mehr: Es ist FANTASTISCH!

Die Entdeckung der Langsamkeit


“Bevor wir zur Arbeit gehen, bevor wir in die Geschäftigkeit der Welt eintreten, sollten wir ein paar Minuten lang meditieren, um unser inneres Leben mit Frieden, Licht und Glückseligkeit zu überfluten.”

(Sri Chinmoy)


Wir haben in den letzten Wochen die Langsamkeit neu entdeckt. Nicht, dass ich sie noch nicht kenne – ich war schon in der Schule immer (gerne) die Letzte im Klassenraum. Aber beim Werkeln an der Villa war das für mich doch noch mal anders. Ich kam mehrfach an den Punkt, an dem ich kaum ein Vorankommen merkte und es schon eine kleine Herausforderung war, bei Stimmung zu bleiben. Aber von vorne: Was war los? Was haben wir gemacht?

Nach dem Rausreißen der Möbel und der Klimaanlage puzzelten wir an verschiedenen Stellen rum. Es gab genug zu tun! Wir entdeckten insgesamt vier große Wasserschäden, ein paar kleine noch an der Decke.

Ecke: Rückwand/ Decke
Lecka Geruch

Damit nirgendwo neues Wasser rein kommt, haben wir alte Dichtungen an den Türen und auf dem Dach rausgepult (da ist die erste laaangsaaame und langwierige Aufgabe) und Sikaflex, so ein Kleb- und Dichtstoff, raufgeschmiert.

Hinten oben im Kasten war wohl ein Holzbalken/ -rahmen verrottet!

Fliegengeheimversteck

Da hieß es: pulen, pulen, pulen, denn es gab nur eine dünne Ritze, um an das Moderholz zu kommen. Anschließend haben wir für mehr Festigkeit und Wasserabwehr 2K-PU-Schaum reingespritzt. Es gibt bestimmt ökologischere Dinge, aber in diesem Fall haben wir nichts Besseres mit diesen Voraussetzungen gefunden.

Wo Wasser ist, ist auch Rost nicht weit: auf die großen verrosteten Nägel im Boden und auch auf das angeratschte Fahrerhäuschen haben wir mehrfach Brunox gepinselt (die Klimaanlage hat komischerweise beim Kippen des Fahrerhäuschen ebendieses ordentlich angeditscht), aufs Häuschen hat Lukas noch weiße Farbe gesprüht.

Führerhaus ist nach vorne gekippt

Wir haben beim Wassersuchen auch eine Teppichtapete abgerissen. Da war die nächste laaangsaaame Aufgabe: Kleber von der Wand pulen. Lukas hat unter der Doppeltür unnötiges Metall abgeflext, das hat einige Stunden gedauert. Außerdem hat er einige Schlösser ausgetauscht.

Und die langsamste Aufgabe, an der ich meine Geduld am meisten üben konnte, war das Rausholen des Bodens! Abziehen von gut geklebtem Linoleum in schmalen Streifen, die auch gerne immer wieder abgerissen sind. Und der Holzboden da drunter war natürlich geschraubt UND geklebt! Also mit einer Tauchsäge (danke, Klaus!), Hammer und Stechbeitel Stückchen für Stückchen raus. Manche Schrauben waren noch nicht verrostet, sodass sie leicht raus kamen.

Geräuschkulisse: POCK POCK POCK
Astronaut mit Trinkrucksack
Bulldozer Brechis oder auch Kuhfüße genannt

Wie bin ich nun mit dieser Langsamkeit und vor allem mit der aufkommenden Ungeduld umgegangen? Erstmal habe ich mir gedacht: das Problem ist in meinem Kopf! Denn dass es langsam vorwärts geht, ist an sich kein Problem, wir haben doch Zeit. Außerdem haben wir uns für den ganzen Ausbau vorgenommen, uns nicht zu stressen – es soll Freude bringen! Also habe ich zum Einen besser auf meine Bedürfnisse geachtet und zum Beispiel das gemacht, was Lukas hier macht:

Ich bin aufgewacht und auf einmal war der gesamte Boden entfernt…..ging wie im Schlaf

Zum Anderen habe ich mich stark auf den Moment eingelassen, auf das Jetzt. Aufkommende Gedanken habe ich wie Wolken weiterziehen lassen. Das ist übrigens eine tolle Methode, wenn du abends vor lauter Gedanken nicht einschlafen kannst! Mit ein wenig Übung geht das irgendwann ganz schnell. Ich habe mich also auf die Handlung und das Sein konzentriert. Das hilft! Nicht denken: “Ohje, so viel müssen wir noch machen!” oder “Habe ich heute wenig geschafft!” Diese Gedanken helfen mir nicht, sie tun mir nicht gut. Also denke ich sie nicht – welche Befreiung 😀

Den Anspruch an sich selbst nicht nur senken, sondern ganz loslassen – das hilft mir auch.

Und wir haben uns beide “zusammengenommen” und uns Pommes gegönnt:

Diese Sachen haben mir in dem Moment geholfen – was hilft dir?

Nachdem ich mich super auf die Langsamkeit eingelassen habe, kam dann ein großes Geschenk und es ging auf einmal doch ganz schnell: Lukas Papa und Bruder haben uns zwei Tage richtig unter die Arme gegriffen! Mit roher Gewalt, zwei Kuhfüßen (vegan ;)), anderen kleinen Werkzeugen und viel Schweiß haben hauptsächlich die Beiden den Holzboden an diesen zwei Tagen rausgerissen, kaum zu glauben!!! Wir freuen uns wie Kinder! Nebenbei haben wir noch die Decke gestrichen, zwei Mal mit Grundierung und ein Mal mit Acryllack, ein zweites Schloss in der Doppeltür eingebaut und weiter Kleber von der Wand abgekratzt. Ein weiteres Geschenk ist die Hilfe von Freunden und Bekannten, die uns aktiv und beratend bei der Villa und auch bei dieser Seite helfen.

Linol- und Holzkram sind raus…. nur noch die Aluleisten kleben am GFK

Raum wirkt größer jetzt
Das mag ich: Herausforderungen…

Und bezüglich der Langsamkeit geht mir dieser Spruch nicht aus dem Kopf: “Wenn du es eilig hast, gehe langsam.” Probiere es doch auch mal aus, ob innerlich oder tatsächlich im Außen bei Stress ruhiger und langsamer zu werden. Das ist in unserer schnelllebigen Welt doch so wichtig! Schreibe uns gerne von deinen Erfahrungen.

Tanzende Kinder. Zeit zum Toben…(Gymnastik)
Auch laaaaaaangsam gewachsen…..
Freude

“Es ist gut, etwas Langsames zu tun, bevor man im Leben eine wichtige Entscheidung trifft.”

(Paulo Coelho auf dem Jakobsweg)